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Gericht/Institution:EuGH
Erscheinungsdatum:07.10.2021
Quelle:juris Logo

Teilweise Neubesetzung des EuGH und Amtsantritt von neun neuen Mitgliedern

 

Der EuGH hat mitgeteilt, dass anlässlich der teilweisen Neubesetzung des EuGH und des Amtsantritts von neun neuen Mitgliedern am 07.10.2021 am Sitz des EuGH eine feierliche Sitzung stattfindet.

Die Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben mit Beschlüssen vom 02.09.2020, 19.02.2021, 21.04.2021, 02.06.2021 und 07.07.2021 sieben Richter des EuGH für die Zeit vom 07.10.2021 bis zum 06.10.2027 wiederernannt, und zwar Herrn Koen Lenaerts, Herrn Lars Bay Larsen, Herrn Siniša Rodin, Herrn François Biltgen, Herrn Eugene Regan, Herrn Niilo Jääskinen und Frau Küllike Jürimäe.

Mit Beschlüssen vom 19.02.2021, 21.04.2021, 02.06.2021 und 07.07.2021 sind für die Zeit vom 07.10.2021 bis zum 06.10.2027 Frau Maria Lourdes Arastey Sahún für Frau Rosario Silva de Lapuerta, Herr Zoltán Csehi für Herrn Endre Juhász, Frau Octavia Spineanu-Matei für Frau Camelia Toader, Herr Miroslav Gavalec für Herrn Daniel Šváby und Herr Dimitrios Gratsias für Herrn Michail Vilaras zu Richtern am EuGH ernannt worden.

Mit Beschlüssen vom 19.02.2021, 21.04.2021, 02.06.2021 und 07.07.2021 haben die Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union drei Generalanwälte des EuGH für die Zeit vom 07.10.2021 bis zum 06.10.2027 wiederernannt, und zwar Herrn Manuel Campos Sánchez-Bordona, Herrn Athanasios Rantos und Frau Juliane Kokott.

Mit Beschlüssen vom 21.04.2021, 07.07.2021 und 08.09.2021 sind für die Zeit vom 07.10.2021 bis zum 06.10.2024 Herr Anthony Michael Collins für Herrn Gerard Hogan und für die Zeit vom 07.10.2021 bis zum 06.10.2027 Frau Laila Medina für Herrn Henrik Saugmandsgaard Øe, Herr Nicholas Emiliou für Herrn Michal Bobek und Frau Tamara Ćapeta für Herrn Evgeni Tanchev zu Generalanwälten am EuGH ernannt worden.

Aus Anlass des Endes der Amtszeit und der Verabschiedung von Frau Rosario Silva de Lapuerta, Herrn Michail Vilaras, Herrn Endre Juhász, Frau Camelia Toader, Herrn Daniel Šváby, Herrn Henrik Saugmandsgaard Øe, Herrn Michal Bobek, Herrn Evgeni Tanchev und Herrn Gerard Hogan sowie der Eidesleistung und des Amtsantritts der neuen Mitglieder des Unionsorgans findet am 07.10.2021 am Sitz des Gerichtshofs der Europäischen Union eine feierliche Sitzung statt.

Vorstellung der neuen Mitglieder

Maria Lourdes Arastey Sahún

Richterin

Geboren 1959 in Tarragona (Spanien) erwirbt Maria Lourdes Arastey Sahún 1983 einen Abschluss an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universitat de Barcelona (Spanien). Von 1984 bis 1985 besucht sie für die Richterausbildung die Escuela Judicial (Nationale Schule für Richter und Staatsanwälte, Spanien).

Von 1985 bis 1989 ist sie Richterin beim Juzgado de Distrito de Sant Feliu de Llobregat (Bezirksgericht Sant Feliu de Llobregat, Spanien) und beim Juzgado de Distrito de Barcelona (Bezirksgericht Barcelona, Spanien). 1989 wird sie für ein Jahr dem Juzgado de lo Social nº 7 de Barcelona (Arbeits- und Sozialgericht Nr. 7 von Barcelona, Spanien) zugewiesen, dann ist sie bis 2009 bei der Kammer für Sozialsachen des Tribunal Superior de Justicia de Cataluña (Obergericht Katalonien, Spanien) tätig. 2009 wird sie an das Tribunal Supremo (Oberster Gerichtshof, Spanien) berufen. Von 2013 bis 2021 ist sie außerdem Richterin am Verwaltungsgericht der Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO) (Brüssel, Belgien).

Neben ihrer Richtertätigkeit widmet sich Maria Lourdes Arastey Sahún auch der Lehre. Von 1998 bis 2008 ist sie beigeordnete Professorin für Arbeits- und Sozialversicherungsrecht an der Universitat de Barcelona. Sie ist außerdem Lehrbeauftragte an den nationalen Zentren für justizielle Studien, insbesondere in Spanien (regelmäßig), in Bulgarien (2008) und Rumänien (2008) sowie an der Juan-Carlos-I-Schule von Zentralamerika und der Karibik (2006). Sie hält ferner Vorlesungen und nimmt an Seminaren an zahlreichen Universitäten teil. Schließlich ist sie Mitglied mehrerer Gremien, die insbesondere in den Bereichen des Unionsrechts, der Ausbildung und Prüfung von Richtern sowie der alternativen Streitbeilegungsverfahren tätig sind.

Maria Lourdes Arastey Sahún wird am 7. Oktober 2021 zur Richterin am Gerichtshof ernannt.

Zoltán Csehi

Richter

Geboren 1965 in Budapest (Ungarn) erwirbt Zoltán Csehi 1990 einen Abschluss an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Eötvös Loránd Tudományegyetem (Eötvös-Loránd-Universität, Ungarn) und 1991 einen Master of Laws an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Deutschland). 2004 erlangt er einen Doktorgrad in Rechtswissenschaften an der Eötvös Loránd Tudományegyetem. Dort erwirbt er 1992 auch einen Abschluss in Kunstgeschichte.

Als Rechtsanwalt in Budapest zugelassen, ist er von 1995 bis 2016 in Ungarn anwaltlich tätig. Parallel dazu ist er als Schiedsrichter am Pénz és Tőkepiaci Állandó Választottbíróság (Ständiges Schiedsgericht für Finanz- und Kapitalmärkte, Ungarn) benannt und von 2004 bis 2016 als Ad-hoc-Schiedsrichter tätig.

Darüber hinaus widmet er sich der Lehre. An der Eötvös Loránd Tudományegyetem unterrichtet er Recht von 1991 bis 2005 als beigeordneter Professor und von 2005 bis 2016 als Professor. Er lehrt auch an der Pázmány Péter Katolikus Egyetem (Katholische Pázmány-Péter-Universität, Ungarn), von 2007 bis 2013 als Leiter der Abteilung für Handelsrecht und ab 2013 als Professor. Dort ist er dann von 2013 bis 2016 Leiter der Abteilung für Privat- und Handelsrecht, ab 2017 Forschungsprofessor für Privat- und Handelsrecht und ab 2018 Leiter der Abteilung für Zivilrecht. Seit 2013 ist er ferner Gastprofessor an der Université catholique de Lyon (Katholische Universität Lyon, Frankreich).

Zoltán Csehi wird am 13. April 2016 zum Richter am Gericht und am 7. Oktober 2021 zum Richter am Gerichtshof ernannt.

Octavia Spineanu-Matei

Richterin

Geboren 1967 in Vălenii de Munte (Rumänien) erwirbt Octavia Spineanu-Matei 1990 einen Abschluss an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universitatea Alexandru Ioan Cuza din Iași (Alexandru-Ioan-Cuza-Universität Iași, Rumänien) (mit Auszeichnung) und 1999 einen Doktorgrad in Rechtswissenschaften an der Academia de Poliție „Alexandru Ioan Cuza“ (Polizeiakademie „Alexandru Ioan Cuza“, Rumänien).

Ihre berufliche Laufbahn beginnt sie 1991 als Richterin an der Judecătoria sectorului 4 București (Amtsgericht des 4. Bezirks, Bukarest, Rumänien). Von 1996 bis 1999 ist sie Richterin am Tribunalul București (Landgericht Bukarest, Rumänien), wo sie von 1997 bis 1999 Präsidentin der Zivilabteilung ist. Von 1999 bis 2005 ist sie Richterin an der Curtea de Apel București (Berufungsgericht Bukarest, Rumänien), wo sie von 1999 bis 2003 Präsidentin der Zivilabteilung ist. Von 2006 bis 2016 ist sie Richterin an der Înalta Curte de Casație și Justiție (Oberster Kassations- und Gerichtshof, Rumänien).

Von 2006 bis 2016 ist Octavia Spineanu-Matei Mitglied der Großen Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts in München (Deutschland).

Ab 1997 widmet sie sich auch der Ausbildung von rumänischen Richtern und Referendaren als Lehrbeauftragte am Institutul Național al Magistraturii (Nationales Institut für Richter und Staatsanwälte, Rumänien), bei dem sie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats und von 2011 bis 2016 Direktorin ist. Sie ist ferner Mitglied des Präsidiums der Școala Națională de Grefieri (Nationale Schule für Rechtspfleger, Rumänien) und von 2012 bis 2016 Mitglied des Beirats des Graduiertenkollegs der Universitatea din București (Universität Bukarest, Rumänien). Sie ist Mitautorin mehrerer Werke und Verfasserin zahlreicher rechtswissenschaftlicher Veröffentlichungen und referiert regelmäßig auf nationalen und internationalen Konferenzen.

Octavia Spineanu-Matei wird am 19. September 2016 zur Richterin am Gericht ernannt. Am 7. Oktober 2021 wird sie zur Richterin am Gerichtshof ernannt.

Miroslav Gavalec

Richter

Geboren 1961 in Zlín (Tschechoslowakei) erwirbt Miroslav Gavalec zunächst einen Abschluss als Maschinenbauingenieur im Bereich thermische Maschinen und nukleare Anlagen an der České vysoké učení technické v Praze (Polytechnische Universität Prag, Tschechoslowakei) und arbeitet anschließend von 1986 bis 1991 im Nuklearsektor.

Aufgrund seines Interesses für die Sozialwissenschaften studiert er von 1990 bis 1995 Rechtswissenschaften an der Univerzita Komenského v Bratislave (Comenius-Universität Bratislava, Slowakei), wo er 1995 einen Magister-Abschluss und 2010 den Doktorgrad in Rechtswissenschaften (PhD) erwirbt.

2001 wird er zum Richter am Okresný súd Bratislava III (Bezirksgericht Bratislava III, Slowakei) ernannt, wo er für Handels- und Familiensachen und für Verwaltungssachen zuständig ist. 2005 wechselt er an den Najvyšší súd Slovenskej republiky (Oberstes Gericht der Slowakischen Republik), wo er Richter in der Abteilung für Verwaltungssachen und ab 2009 Vorsitzender der Ersten Kammer dieser Abteilung ist.

Neben seinen Aufgaben als Richter widmet er sich auch der Lehre. Von 2005 bis 2011 ist er Lehrbeauftragter am Institut für Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften der Paneurópska vysoká škola (Paneuropäische Hochschule, Slowakei). Von 2006 bis 2014 ist er Lehrbeauftragter an den Instituten für Verwaltungsrecht und für Privatrecht dieser Hochschule.

Darüber hinaus ist er von 2005 bis 2020 Mitglied des Forums der Richter der Europäischen Union für die Umwelt und von 2006 bis 2015 der Europäischen Vereinigung der Verwaltungsrichter.

Am 7. Oktober 2021 wird Miroslav Gavalec zum Richter am Gerichtshof ernannt.

Dimitrios Gratsias

Richter

Geboren 1957 in Athen (Griechenland) erwirbt Dimitrios Gratsias 1980 einen Abschluss an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Ethniko kai Kapodistriako Panepistimio Athinon (Nationale und Kapodistrias-Universität Athen, Griechenland) und 1981 ein Diplôme dʼétudes approfondies (DEA) im öffentlichen Recht der Universität Paris I, Panthéon-Sorbonne (Frankreich). 1982 verleiht ihm das Centre universitaire dʼétudes communautaires et européennes (Universitätszentrum für Gemeinschafts- und Europastudien) (Universitäten Paris I und II, Frankreich) ein Diplom im Gemeinschaftsrecht.

Seine berufliche Laufbahn beginnt Dimitrios Gratsias 1985 beim Symvoulio tis Epikrateias (Staatsrat, Griechenland) als Rechtsberater der Eingangsstufe. 1992 wird er zum beigeordneten Rechtsberater, 2005 zum Rechtsberater ernannt. Parallel dazu wird er für zwei Jahre (1998 bis 1999) zum stellvertretenden Mitglied des Anotato Eidiko Dikastirio (Oberstes Sondergericht, Griechenland) und für ein Jahr (2006) zum Mitglied des Eidiko Dikastirio Agogon Kakodikias (Sondergericht für Klagen wegen Fehlurteilen, Griechenland) ernannt. 2008 ist er Mitglied des Anotato Dikastiko Symvoulio Dioikitikis Dikaiosinis (Oberster Rat für Verwaltungsstreitigkeiten, Griechenland) und im Gerichtsjahr 2009/2010 Inspektor der Verwaltungsgerichte.

Von 1994 bis 1996 ist er als Rechtsreferent beim Gerichtshof im Kabinett des Generalanwalts Georges Cosmas tätig.

Vom 25. Oktober 2010 bis zum 6. Oktober 2021 ist Dimitrios Gratsias Richter am Gericht, wo er für zwei aufeinander folgende Amtszeiten – vom 18. September 2013 bis zum 30. September 2019 – zum Kammerpräsidenten gewählt wird. Am 7. Oktober 2021 wird er zum Richter am Gerichtshof ernannt.

Anthony Michael Collins

Generalanwalt

Geboren 1960 in New Haven (USA) erwirbt Anthony Michael Collins 1984 einen Abschluss an der rechtswissenschaftlichen Fakultät des Trinity College Dublin (Irland) und 1986 sein Diplom als Barrister-at-Law bei der Honourable Society of King’s Inns (Dublin).

Von 1986 bis 1990 und von 1997 bis 2003 ist er in Irland als Barrister-at-Law, dann von 2003 bis 2013 als Senior Counsel tätig. Zwischen 1990 und 1997 unterbricht er diese Tätigkeit, um beim Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften als Rechtsreferent bei den Richtern Thomas Francis O’Higgins (1990 bis 1991) und John L. Murray (1991 bis 1997) zu arbeiten. Von 2006 bis 2013 ist er Mitglied der Ständigen Vertretung des Rates der europäischen Anwaltschaften (CCBE) beim Gerichtshof und beim Gerichtshof der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA). Seit 2015 ist er außerdem beigeordneter Professor für Unionsrecht am University College Cork (Irland). Er ist Verfasser zahlreicher Veröffentlichungen und Werke zum irischen Verwaltungsrecht und zum Unionsrecht.

Anthony Michael Collins wird am 16. September 2013 zum Richter am Gericht ernannt, wo er für zwei Amtszeiten vom 21. September 2016 bis zum 6. Oktober 2021 Kammerpräsident ist.

Am 7. Oktober 2021 wird er zum Generalanwalt am Gerichtshof ernannt.

Laila Medina

Generalanwältin

Geboren 1971 in Jelgava (Lettland) studiert Laila Medina am IMO International Maritime Law Institute (Institut für internationales Seerecht der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation, Malta) und erwirbt dort 1995 einen Master im internationalen Seerecht. 1996 wird ihr an der Latvijas Universitāte (Universität Lettland) ein Befähigungsnachweis für den Beruf des Rechtsanwalts erteilt. 2002 erwirbt sie an der Rīgas Juridiskā augstskola (Riga Graduate School of Law, Lettland) einen Master im Unionsrecht.

1995 tritt sie in den Dienst des lettischen Verkehrsministeriums als Leiterin der Rechtsabteilung und stellvertretende Leiterin der Direktion Seeverkehr. 2002 wird sie in diesem Ministerium zur Beraterin des Staatssekretärs für europäische Angelegenheiten ernannt.

Von 2004 bis 2005 ist sie stellvertretende Leiterin des Büros für europäische Angelegenheiten in der Staatskanzlei der Republik Lettland.

2005 wechselt sie zum lettischen Justizministerium als Leiterin der Direktion Politikplanung. Ab 2006 ist sie in diesem Ministerium stellvertretende Staatssekretärin für Sektorpolitik und von 2009 bis 2021 stellvertretende Staatssekretärin für Rechtspolitik.

Laila Medina widmet sich aber auch der Lehre. Von 1998 bis 2006 ist sie Lehrbeauftragte für Europarecht und institutionelles Recht der Europäischen Union an der Valsts administrācijas skola (Verwaltungshochschule, Lettland). 2012 führt sie Schulungen für Richter und Notare zur Rom-III-Verordnung durch. Seit 2008 ist sie Mitglied des Fakultätsrats der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Biznesa augstskola Turība (Universität Turība, Lettland).

Am 7. Oktober 2021 wird Laila Medina zur Generalanwältin am Gerichtshof ernannt.

Nicholas Emiliou

Generalanwalt

Geboren in Famagusta (Zypern) erwirbt Nicholas Emiliou 1986 einen Abschluss an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Ethniko kai Kapodistriako Panepistimio Athinon (Nationale und Kapodistrias-Universität Athen, Griechenland). Er setzt sein Studium an der London School of Economics and Political Science (Vereinigtes Königreich) fort und erwirbt 1987 einen Master of Laws im europäischen Recht. 1991 erlangt er den Doktorgrad in Rechtswissenschaften am University College London (Vereinigtes Königreich).

An dieser Universität beginnt er seine akademische Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter (1988 bis 1991). Von 1991 bis 1993 lehrt er europäisches Recht an der University of Southampton (Vereinigtes Königreich), dann von 1993 bis 1994 am Queen Mary and Westfield College, University of London (Vereinigtes Königreich). Von 1995 bis 1997 ist er Inhaber des Jean-Monnet-Lehrstuhls für europäische Integration an der University of Durham (Vereinigtes Königreich). Parallel dazu ist er von 1994 bis 1997 Honorary Senior Research Fellow am University College London und Sonderberater des zyprischen Außenministers.

Von 1997 bis 1998 ist er Bevollmächtigter in der Abteilung Europäische Union des zyprischen Außenministeriums und von 1998 bis 1999 stellvertretender Ständiger Vertreter der Republik Zypern bei der Europäischen Union.

Von 1999 bis 2002 ist Nicholas Emiliou außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Republik Zypern in Irland.

Von 2002 bis 2004 ist er Ständiger Vertreter der Republik Zypern beim Europarat und vertritt die zyprische Regierung in den Rechtssachen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. 2004 wird er zum Ständigen Vertreter der Republik Zypern bei der Europäischen Union ernannt.

2008 wird er zum Staatssekretär im zyprischen Außenministerium ernannt.

Von 2012 bis 2017 ist er Ständiger Vertreter der Republik Zypern bei den Vereinten Nationen in New York (USA), sodann von 2017 bis 2021 Ständiger Vertreter der Republik Zypern bei der Europäischen Union. Von 1995 bis 2016 gehört er außerdem zu den Schiedsrichtern des Ständigen Schiedshofs in Den Haag (Niederlande).

Nicholas Emiliou wird am 7. Oktober 2021 zum Generalanwalt am Gerichtshof ernannt.

Tamara Ćapeta

Generalanwältin

Geboren 1967 in Zagreb (Kroatien) erwirbt Tamara Ćapeta 1991 einen Abschluss an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Sveučilište u Zagrebu (Universität Zagreb, Kroatien). Sie studiert sodann am Collège d’Europe (Europakolleg) in Brügge (Belgien), wo sie 1993 einen Master of European Law erwirbt. Zurück an der Sveučilište u Zagrebu erlangt sie 2001 einen Doktorgrad in Rechtswissenschaften.

1992 beginnt Tamara Ćapeta ihre berufliche Laufbahn als Beamtin im kroatischen Außenministerium, und zwar in der Abteilung Europäische Integration und der Abteilung UN-Organisationen mit Sitz in Europa. Von 1994 bis 1997 forscht sie am Institut za razvoj i međunarodne odnose (Institut für Entwicklung und internationale Beziehungen, Kroatien) zum europäischen Integrationsprozess.

Ihre akademische Laufbahn beginnt sie 1997 als wissenschaftliche Assistentin in der Abteilung für Handelsrecht und internationalen Handel der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Sveučilište u Zagrebu. Ab 2002 ist sie Professorin an der rechtswissenschaftlichen Fakultät dieser Universität, wo sie Gründungsmitglied der Abteilung für europäisches öffentliches Recht ist.

Von 2013 bis 2014 leitet sie das kroatische Übersetzungsreferat bei der Generaldirektion Multilingualismus des Gerichtshofs der Europäischen Union. Danach nimmt sie ihre Lehrtätigkeit an der Sveučilište u Zagrebu wieder auf. Von 2015 bis 2021 ist sie Leiterin der Abteilung für europäisches öffentliches Recht und Direktorin des Postgraduierten-Programms im europäischen Recht. 2018 gründet sie das Jean-Monnet-Exzellenzzentrum, das sich der Forschung zur Rechtsstaatlichkeit verschreibt, und ist von 2018 bis 2021 seine Koordinatorin.

Sie ist Verfasserin zahlreicher Veröffentlichungen zum Unionsrecht. Sie gründet die bislang einzige internationale Zeitschrift zum Unionsrecht in Kroatien, deren Schriftleiterin sie von 2010 bis 2015 ist. Neben ihrer Lehrtätigkeit an der Sveučilište u Zagrebu ist sie von 2005 bis 2010 im Rahmen eines Austauschprogramms der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Indiana University (USA) als Gastprofessorin für Unionsrecht tätig, wie auch 2016 an der University of Pittsburgh (USA) und der Zhōngguó Zhèngfǎ Dàxué (Universität der Politik- und Rechtswissenschaft, China). Im Rahmen von Schulungsprogrammen für Unionsrecht, die von der Pravosudna akademija (Justizakademie, Kroatien) und der Državna škola za javnu upravu (Staatliche Schule für öffentliche Verwaltung, Kroatien) veranstaltet werden, unterrichtet sie auch kroatische Richter und Beamte.

2020 wird sie im Rahmen des Abkommens über den Austritt des Vereinigten Königreichs vom Gemeinsamen Ausschuss zum Mitglied des Schiedspanels ernannt. Diese Aufgabe übt sie bis zu ihrer Ernennung zur Generalanwältin am Gerichtshof aus.

Tamara Ćapeta wird am 7. Oktober 2021 zur Generalanwältin am Gerichtshof ernannt.

Quelle: Pressemitteilung des EuGH Nr. 181/2021 v. 07.10.2021



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